Testberichte aus dem Archiv

Mittel gegen Menstruationsbeschwerden
Schmerz, lass nach!

Fast jede zweite Frau kann davon klagen: keine Regel ohne Schmerzen. Doch viele rezeptfreie Schmerzmittel bieten Linderung: Von 13 untersuchten Produkten sind zehn "sehr gut".
Jede zweite Frau leidet an Regelschmerzen. Schuld daran sind Prostaglandine, hormonähnliche Stoffe, die die Muskelzellen in Blutgefäßen, Darm und Gebärmutter regulieren. Wenn die Gebärmutterschleimhaut während der Menstruationsblutung abgestoßen wird, schüttet der Körper Prostaglandine aus, die ein Zusammenziehen der Gebärmuttermuskulatur bewirken, was eben mit jenen bekannten Unterbauchschmerzen und Krämpfen einhergehen kann.
Während einige Frauen nie Probleme haben, sind bei jeder Zwanzigsten die Beschwerden so stark, dass sie im Bett bleiben muss. Die Stärke der Schmerzen kann von Monat zu Monat variieren, nimmt aber mit dem Alter und nach Geburten eher ab. Wird der Schmerz mit der Zeit deutlich stärker, kann dies eine andere Erkrankung anzeigen - ein Fall für den Gynäkologen.
Da normale Regelschmerzen keine organische Ursache haben, bieten sich zur Selbstbehandlung rezeptfreie Mittel an, die in ihrem Beipackzettel Regelschmerzen als Anwendungsgebiet deklarieren. ÖKO-TEST hat 13 Produkte eingekauft, die Wirkstoffe begutachten lassen und auch einen kritischen Blick auf die eingesetzten Hilfsstoffe geworfen.
Das Testergebnis
Von 13 Produkten schneiden zehn mit der Bestnote "sehr gut" ab. Nur die Aspirin Coffein, Tabletten fallen mit "ungenügend" durch.
Die "sehr guten" Präparate enthalten nur einen Wirkstoff. Zur Behandlung von schweren Regelschmerzen eignen sich Ibuprofen und Naproxen, bei leichteren Schmerzen reichen auch Acetylsalicylsäure (ASS) und Paracetamol. Bei Medikamenten mit ASS sind Brausetabletten zu empfehlen, da Acetylsalicylsäure immer mit sehr viel Flüssigkeit eingenommen werden sollte.
Die "guten" Buscopan plus, Filmtabletten bestehen aus der an sich sinnvollen Kombination des Schmerzmittels Paracetamol mit n-Butylscopolaminiumbromid. Der Krampflöser lässt die glatte Muskulatur der Gebärmutter erschlaffen. Allerdings liegt die Aufnahme aus dem Magen-Darm-Trakt individuell nur zwischen 1 und 30 Prozent. Seine volle Wirkung entfaltet der Stoff nämlich nur, wenn er gespritzt wird.
Bei den Aspirin Coffein, Tabletten ist der Schmerzwirkstoff ASS mit Koffein kombiniert. Koffein wird eingesetzt, um die schmerzstillende Wirkung zu steigern. Der belebende Effekt von Koffein kann aber dazu verleiten, dass das Mittel länger als notwendig eingenommen wird. Daher sehen wir den Einsatz von Koffein hier kritisch.
In den Dolormin für Frauen, Tabletten, steckt der Farbstoff Chinolingelb - seit 2010 ist für Lebensmittel, die diesen Farbstoff enthalten, der Warnhinweis "kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen" fällig.

Dieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.
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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
- die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
- aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
- neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
- aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.
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