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ÖKO-TEST Juli 2012
TestSonnenschutzmittel
Weiß nich
Sonnenschutzmittel



Fakt ist, dass bedenkliche chemische UV-Filter immer noch gesetzlich erlaubt sind. Staatliche Forschungsinstitute wie das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) oder das wissenschaftliche Gremium der Europäischen Kommission (SCCS) argumentieren, dass bei den derzeit zulässigen Mengen ein Sicherheitsabstand für hormonelle Wirkungen eingehalten würde. Das Forscherteam um die Züricher Umwelttoxikologin Professor Margret Schlumpf hat für einige chemische UV-Filter eine hormonelle Wirkung an Zellkulturen und teilweise im Tierversuch aufgezeigt. Dass die Filtersubstanzen aus Kosmetika in den Körper gelangen, belegen Messungen der Forscher in Muttermilch. Als kleinen Erfolg wertet Schlumpf, dass zumindest die Substanz 4-Methylbenzylidene Camphor (4-MBC) kaum noch eingesetzt werde. ÖKO-TEST begegnete aber auch diesem Filter kürzlich noch in einem Lippenpflegestift mit UV-Schutz (Ratgeber Kosmetik und Wellness 11:2011). Aktuell arbeiten Schlumpf und ihr Kollege Walter Lichtensteiger in dem europäischen Forschungsprojekt Contamed mit, das Wechselwirkungen zwischen verschiedenen hormonell wirksamen Substanzen (nicht nur UV-Filter) untersucht. Hintergrund sind noch unerklärte Phänomene wie der Rückgang der Fruchtbarkeit von Männern, die Zunahme von Missbildungen an Fortpflanzungsorganen männlicher Neugeborener sowie von hormonabhängigen Krebserkrankungen wie Prostata- und Brustkrebs. Leider, so Schlumpf, laufe das Programm Ende 2012 bereits aus, und es sei unklar, ob es noch eine Verlängerung gebe. Dabei gäbe es dazu noch viel zu forschen.

Angesichts des mulmigen Gefühls, das der Forschungsstand zu chemischen UV-Filtern machen kann, war es für gut informierte Verbraucher ein kleiner Schock, als sich vor ein paar Jahren einige Naturkosmetikanbieter ganz aus dem Sonnenschutzsegment verabschiedeten und andere nur noch Produkte mit mittlerem und nicht mehr mit hohem Lichtschutzfaktor im Angebot hatten.



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Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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