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ÖKO-TEST Juli 2012
TestZahnzusatzversicherungen
Die Zähne ausgebissen
Zahnzusatzversicherungen

Längst zahlen die Krankenkassen nur noch einen Bruchteil der Zahnarztrechnung. Daher haben inzwischen über 13 Millionen Versicherte eine private Zusatzversicherung abgeschlossen. Doch leistungsstarke Verträge sind selten und nicht billig.


Ab 3,96 Euro monatlich". So wirbt der Discounter Real in Prospekten und auf seiner Internetseite für eine Zahnzusatzversicherung der Hanse Merkur. Geradezu fantastisch scheinen die Leistungen, die es dafür geben soll. "Bis zu 100 % Kostenerstattung Ihrer Zahnersatzrechnung; umfangreiche Leistungen auch für die kostenintensiven privatzahnärztlichen Bereiche wie Inlays und Implantate; Leistungen unabhängig vom Stand Ihres Zahnbonushefts; Testsieger der Stiftung Warentest".

Schon auf den zweiten Blick zeigt sich, dass das Ganze weniger fantastisch ist, sondern eher aus dem Reich der Fantasie. "Wer glaubt, dass er mit wenigen Euro im Monat Platin und Gold vom Versicherer für seine Zähne bekommt, hat sich getäuscht", sagt Thorsten Rudnik, vom Bund der Versicherten (BdV). Die schnelle Sanierung der Zähne auf Kosten der Versicherer funktioniere nicht. "Es gibt nicht eben mal 4.000 Euro."

Vollmundige Werbung bei mageren Leistungen ist beileibe nicht der einzige Fallstrick. Selbst Fachleute können sich schnell in den Versicherungsbedingungen verheddern. Der Tarif Biss 80 der Halleschen begrenzt die Zahlung auf einen "erstattungsfähigen Rechnungshöchstbetrag von 1.000 Euro im 1. bis 2. und 3.000 Euro im 1. bis 4. Kalenderjahr". Das heißt aber nicht, dass Versicherte im besten Fall 3.000 Euro bekommen. Die Bestimmung meint, dass im zweiten Jahr ein Teil von Rechnungen bis 1.000 Euro erstattet wird. In unserem Musterfall sind das 604,10 Euro. Allerdings hat unser 40-jähriger Mustermann im gleichen Zeitraum 472,80 Euro an Beiträgen gezahlt, unsere gleichaltrige Frau sogar 532,32 Euro.

Das zeigt: Versicherte schließen unter Umständen nicht nur eine leistungsschwache Police ab, weil sie die Versicherungsbedingungen falsch interpretieren. Es ist zudem sehr schwierig, zu prüfen, ob der Versicherer richtig abgerechnet hat. "Selbst wer eine Erläuterung der Abrechnung bekommt, dürfte sie in aller Regel kaum verstehen", sagt Jörg Werner vom Softwarehaus KVpro aus Freiburg, das gemeinsam mit ÖKO-TEST die Zahnzusatzversicherung untersucht hat.



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Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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