Testberichte aus dem Archiv

Mittel zur Behandlung des trockenen Auges
Augen auf!

Nicht zuletzt durch die Arbeit am Computer nehmen auch Benetzungsstörungen der Augen zu. Fehlt es an Tränenflüssigkeit, gibt es Ersatz in Form künstlicher Tränen. Da das Auge empfindlich ist, haben wir uns solche Produkte vor allem im Hinblick auf problematische Inhaltsstoffe genau angeschaut.
Tränen spülen Schmutz aus den Augen, schützen mit keimtötenden Substanzen vor Infektionen, versorgen die Hornhaut mit Sauerstoff und ermöglichen ein reibungsloses Öffnen und Schließen der Augenlider. Ohne Tränenfilm würde die Augenoberfläche wund werden.
Wenn die Tränendrüsen nicht genug Tränenflüssigkeit ins Auge abgeben oder der Tränenfilm seine Aufgaben nicht mehr richtig erfüllt, spricht man vom trockenen Auge, dem Sicca-Syndrom. Zehn Prozent aller Bundesbürger sind davon mehr oder weniger stark betroffen. Sie leiden unter einem ständigen Fremdkörpergefühl, ihre Augen brennen, sind gerötet und lichtempfindlich, die Augenlider sind geschwollen und morgens häufig verklebt. Bildschirmarbeit bereitet nicht nur Probleme, sondern kann auch ein Auslöser für trockene Augen sein.
Der hauchdünne Tränenfilm ist dreischichtig aufgebaut. Direkt auf der Hornhaut befindet sich eine Schleimschicht, darüber eine wässrige und schließlich eine Fettphase. Letztere hält die Verdunstung des Wassers möglichst gering. Etwa die Hälfte der Patienten leidet an einer Störung dieser Lipidphase, bei 10 bis 15 Prozent funktioniert die wässrige Phase nicht richtig. Häufig bereiten auch beide Schichten die Probleme.
Die genaue Ursache für trockene Augen muss ein Augenarzt feststellen. Er untersucht die Lidschlagfrequenz, die Lidränder, die Stabilität des Tränenfilms und beim Tränensekretionstest die Leistung der Tränendrüsen. Stellt sich heraus, dass eine gestörte Lipidphase die Probleme verursacht, stehen Pflege und Hygiene der Lider im Vordergrund, beispielsweise mit feuchtwarmen Umschlägen. Unter Umständen können auch Antibiotika oder Steroide notwendig sein. Die häufigste Behandlung von leichten Formen des trockenen Auges sind Tränenersatzmittel.
Im ÖKO-TEST: 21 Medizinprodukte und Arzneimittel aus der Apotheke, die als künstliche Tränenflüssigkeiten oder Benetzungstropfen angeboten werden.
Das Testergebnis
... kann nicht durchgängig überzeugen: 15 "sehr guten" Präparaten stehen sechs "mangelhafte" oder gar "ungenügende" gegenüber.
Die untersuchten Tränenersatzmittel sind zur Behandlung geringfügiger Störungen der wässrigen Phase des Tränenfilms geeignet. Die Tropfen kommen vor allem dann in Betracht, wenn noch eine geringe Tränenproduktion erhalten, die Hornhaut transparent und die Sicht gut ist.
Sechs Produkte enthalten Konservierungsmittel (und zum Teil andere verzichtbare Substanzen), die im Auge nichts zu suchen haben. Sie können nicht nur den Tränenfilm noch weiter schädigen, sondern auch giftig auf Horn- und Bindehaut wirken. Es handelt sich um Benzalkoniumchlorid, Cetrimid, Borsäure, Polyhexanid (PHMB), Natriumedetat, Polidronium (Polyquad) und Natriumchlorit (Purite). Diese Stoffe gelten als überflüssig und überholt, da dank ausgeklügelter Konstruktionen inzwischen selbst bei Mehrdosisbehältnissen eine Verkeimung des Inhalts ausgeschlossen ist. Weil Mittel gegen trockene Augen häufig dauerhaft angewendet werden, sind Konservierungsmittel hier noch kritischer zu sehen als bei den nur vorübergehend eingesetzten antiallergischen Augentropfen. Natriumedetat ist kein Konservierungsmittel im eigentlichen Sinne, unterstützt aber deren Wirkung.
Nicht alle Produkte vertragen sich mit Kontaktlinsen. Bei einem Mittel vermissen wir im Beipackzettel Hinweise für Kontaktlinsenträger.
In den Optive Augen-Pflegetropfen ergab die Analyse halogenorganische Verbindungen. Diese könnten sich bei der Reaktion des Natriumchlorits (aus dem Konservierungsmittel Purite) mit den organischen Inhaltsstoffen gebildet haben.

Dieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.
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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
- die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
- aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
- neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
- aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.
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